was man im leben
immer wieder bereut, sind die verpaßten chancen.
dornroeschen schlaeft unruhig hinter ihrer hecke und aschenputtel stochert ratlos in
der asche herum. kein wunder, ihre zeiten sind vorueber. das maerchen von der
schicksalsmacht der ewigen liebe ist ausgetraeumt. sicher, ein prinz wird kommen,
aber bleiben wird er wahrscheinlich nicht.
wir sind nicht mehr so naiv, sondern wissen: ´auf immer und ewig´ gilt gerade noch
fuer einen lebensabschnitt. und wenn wir nicht gestorben sind, so leben wir zwar
immernoch, aber meistens nicht mehr gemeinsam im selben schloß.
wir sind realistische romantiker geworden und hoffen zwar weiter unverdrossen auf
eine glueckliche partnerschaft, aber wir haben uns von ihrer haltbarkeit bin in den tod
verabschiedet.
dabei zweifeln wir weniger an der ganz großen liebe, als an uns selbst. fast jeder von
uns weiß naemlich, daß er genuegend neurotisches potenzial in sich traegt, um auch
die groeßte liebe durch daemliches verhalten zu zerstoeren, durch unbewaeltigte
aengste, mangelndes selbstbewußtsein, unrealistische ansprueche oder die staendige
bereitschaft, sich anderen in einer besenkammer hinzugeben. wir wissen natuerlich genau, daß vuckid irgendwann einmal gluecklichsein wird. aber bis es soweit ist, machen wir uns weiterhin duestere gedanken. :]